Welche Unterlagen werden beim Kreditantrag benötigt?

Welche Unterlagen werden beim Kreditantrag benötigt?

Kaum etwas ist heute so einfach, wie einen Kredit aufzunehmen. Denn die Kreditvergabe wurde bei vielen Bankhäusern, vor allem im Online Bereich mit Onlinekrediten, in den letzten Jahren sehr einfach gestaltet. Kein Wunder – ist doch das Kreditgeschäft, vor allem in Zeiten von Strafzinsen durch die Europäische Zentralbank, für dort geparktes Geld für viele Banken das Geschäftsfeld Nummer Eins.

Dennoch gibt es gewisse Dinge, die jede Bank und jeder Kreditgeber vor der Entscheidung über eine Kreditvergabe abschließend klären möchte und muss! Das sind vor allem:

  • Ihre Identität
  • Ihren Arbeitgeber
  • Ihre Einnahmen und Ausgaben (Haushaltsrechnung)

Darüber hinaus gibt es bei unterschiedlichen Kreditarten noch weitere Unterlagen und Informationen, die notwendig sein können. Hierzu später mehr.

Das brauchen Sie für einen normalen Privatkredit

Wichtig ist natürlich die Abklärung Ihrer Identität. Bei einem Filialkredit ist das relativ einfach – Sie sprechen in der Filiale vor, zeigen Ihren Ausweis und der Bankangestellte weiß, wer Sie sind. Inzwischen ähnelt der Prozess bei Online Krediten sehr dem eines Filialkredits. Natürlich gibt es noch immer das gute alte Postident Verfahren. Hierbei müssen Sie sich mit einem entsprechenden Formular, welches Ihnen vom Kreditgeber zugeschickt wird, zur Post gehen und Ihre Identität durch einen Postmitarbeiter bestätigt lassen. Hierzu müssen Sie entweder Ihren Personal oder Reisepass vorzeigen. Das Formular wird anschließend an den potenziellen Kreditgeber zurückgeschickt.

Aber es gibt inzwischen auch noch eine einfachere und schnellere Möglichkeit der Identifizierung, die viele Online Banken ihren Kunden anbieten. Im sogenannten Video-Ident-Verfahren telefonieren Sie mit einem Bankmitarbeiter bzw. einem Dienstleistermitarbeiter. Hierbei zeigen Sie Ihren Ausweis deutlich sichtbar in die Kamera und lassen sich durch den Abgleich Ihres Gesichts mit dem Bild im Ausweis durch den Mitarbeiter legitimieren. An sich passiert hier genau das, was in der Filiale abläuft, nur mit dem Unterschied, dass Sie sich zu Hause befinden.

@DimaBaranow – 164168072

Ihr Arbeitgeber – hier kann Ihnen der „richtige“ Arbeitgeber durchaus Vorteile bringen

Wenn Sie einen Kredit aufnehmen möchten, wird in der Regel Ihr Arbeitgeber abgefragt. Das hat zwei Gründe: Zum einen gibt es durchaus Banken, welche durch Probeanrufe prüfen, ob Sie wirklich bei dem angegebenen Arbeitgeber beschäftigt sind (kann bei höheren Summen passieren). Zum anderen gibt ein Arbeitgeber Aufschluss darüber, wie sicher ein Job tatsächlich ist, zumindest auf den ersten Blick. Denn auch wenn die generelle Jobsicherheit in Deutschland heute bei Festanstellungen schon sehr hoch ist, haben Banken noch immer eine gewisse Klassifizierung, welche Arbeitgeber als sehr sicher gelten und bei welchen Arbeitgebern eher ein Risiko bestehen könnte, dass Sie arbeitslos werden.

Sind Sie bei einem Arbeitgeber aus den sicheren Klassifizierungen (z. B. DAX Unternehmen oder Behörden) beschäftigt, kann das bei manchen Banken zu besseren Konditionen in Sachen Zinssätze führen. Eine Festanstellung im Öffentlichen Dienst ist beispielsweise bei der Kreditvergabe immer gern gesehen (wird häufig auch als Beamtenkredit bezeichnet). Eine Festanstellung in einem kleinen Handwerksbetrieb hingegen ist zwar für den Moment eine sichere Einnahmequelle; die Sicherheit über die Kreditlaufzeit könnte allerdings als eher schwach eingestuft werden, was den Zinssatz leicht erhöhen kann.

Unbedingt beachten! Wichtig ist, dass Sie hierbei keine Falschangaben tätigen. Denn solche können dazu führen, dass Ihr Kreditgeber den einmal gewährten Ratenkredit kündigt und gegebenenfalls Schadenserstzansprüche gegen Sie geltend macht. Darüber hinaus müssen Sie für Ihre Angaben Nachweise einreichen. Spätestens an dieser Stelle würde ein möglicher Schwindel auffallen.

@focuspocusltd – 33239599

Einnahmen und Ausgaben – hier entscheidet sich oft schon eine Menge

Bei der Abfrage des Arbeitgebers geht es darum, einen ungefähren Eindruck von der Jobsicherheit zu bekommen. Bei den Einnahmen und Ausgaben geht es letztlich darum, wie viel Kredit Sie sich überhaupt leisten können bzw. sollten.

Hierzu ist erst einmal eine Selbstauskunft notwendig. Das heißt, Sie müssen angeben, wie hoch Ihre monatlichen Kosten sind. Dazu gehören z. B. Miete, Belastungen für einen Hauskredit und Kosten der Bewirtschaftungen Ihrer Wohnung oder Ihres Hauses (Betriebskosten, Heizung, Strom, etc.). Die folgenden Posten sind hierbei wichtig:

  • Kosten der Unterkunft
  • Zusätzliche Versicherungen
  • Unterhaltskosten für Kinder oder Partner
  • Weitere Kreditraten

Zu diesen laufenden Verpflichtungen wird ein fester Betrag für den laufenden Lebensunterhalt gerechnet. Die Gesamtsumme wird den von Ihnen angegebenen Einkünften gegenübergestellt. Die Einkünfte müssen Sie im Übrigen in der Regel durch die letzten drei Lohnabrechnungen nachweisen. Selbständige müssen Ihre Einkünfte meist über eine Gewinn- und Verlustrechnung nachweisen.

Konkrete Unterlagen, die Sie für einen normalen Verbraucherkredit benötigen sind dabei lediglich:

  • Ihren aktuellen Personalausweis oder Reisepass
  • Lohnabrechnungen der letzten drei Monate
  • Bei Rentnern der Rentenbescheid
  • Nachweise über weitere Einkünfte (sofern angegeben)

An dieser Stelle treffen die meisten Kreditinstitute bereits eine erste Kreditentscheidung, ob Ihnen der gewünschte Kredit vorbehaltlich gewährt wird, oder Ihre Kreditanfrage abzulehnen ist.

Darlehen, für die unter Umständen weitere Nachweise notwendig sind

Auf KREDITEXPERTE.de können Sie auch weitere Kreditarten vergleichen, für die Sie ggfs. noch weitere Nachweise bzw. Unterlagen benötigen. Wenn nicht schon beim Abschluss des Kredites, dann doch zumindest im Nachgang. Bei diesen zweckgebundenen Krediten sind unter Umständen weitere Unterlagen notwendig:

Bei vielen Autokrediten ist es so, dass die kreditgebende Bank den Fahrzeugbrief als Sicherheit einfordert. Allerdings finden Sie in unserem Kreditvergleich auch bereits eine ganze Reihe von Anbietern, die auf die Überlassung des Fahrzeugbriefs verzichten und sich die Sicherheit lediglich im Kreditvertrag verankern lassen. Allerdings muss hier trotzdem ein Nachweis über die zweckentsprechende Verwendung des Kredites erfolgen.

Wenn Sie hingegen umschulden möchten, sollten Sie bei der Umschuldung alle Darlehen angeben, welche Sie umschulden wollen und natürlich auch solche, die Sie darüber hinaus laufen haben. Lassen Sie dabei keine Darlehen aus, denn die neue Bank wird Ihre SCHUFA abfragen, um Ihre Angaben zu verifizieren. Manchen Banken reicht die SCHUFA-Abfrage aus, um die laufenden Darlehen nachzuweisen. Anderen Banken wiederum fordern die Kreditverträge an, um z. B. die genau Restschuld zu bestimmen.

@Melpomene – 126090590

Wie werden Kreditanfragen bei den meisten Banken eigentlich geprüft?

Bei der Prüfung der Kreditanfragen werden folgende Dinge beachtet:

  1. Sind Sie bereits 18 Jahre alt, voll rechts- und geschäftsfähig und unter dem Höchstalter?
  2. Wie hoch ist Ihr laufendes monatliches Einkommen (Arbeitseinkommen, Rente, etc.)
  3. Wie hoch sind die monatlichen Ausgaben?
  4. Was zeigen Auskunfteien wie SCHUFA zu Ihren Zahlungsgewohnheiten und Ihrer Zuverlässigkeit?
  5. Gibt es bei der Bank selbst schon Scoring-Informationen zu Ihnen, wie beispielsweise bisherige Geschäftsbeziehungen? Ansonsten werden allgemeine Scoringwerte zu herangezogen

KREDITEXPERTE TIPP: Die SCHUFA ist für die meisten Kreditgeber die wichtigste Informationsquelle. Leider sind aber auch SCHUFA-Einträge nicht immer frei von Fehlern. Daher sollten Sie als Verbraucher regelmäßig Gebrauch von der Möglichkeit machen, Ihre Schufa-Eintragungen zu kontrollieren. Nur so können Sie sicher gehen, dass womöglich Ihre Kreditanfragen wegen fehlerhafter SCHUFA-Vermerke abgelehnt werden. Wie Sie eine Schufa-Selbstauskunft erhalten können, erfahren Sie auf den Seiten der SCHUFA selbst

Bildnachweis: @AndreyBezuglov – 150399078